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'98er California EV bekannte Schwachstellen?


roeme

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Moin allerseits,

ich war heute eine solche Gebraucht-Cali angucken. Ich habe natürlich auf die "üblichen Verdächtigen" von älteren Motorrädern geachtet. Aber die geballte Forums-Weisheit kennt vielleicht noch besondere Schwachstellen von diesem Modell?

Angelassen habe ich die Maschine nicht: denn kaum war der Zündschlüssel gedreht und die Benzinpumpe losgelegt, plätscherte Benzin aus der Maschine heraus. Genaue Lecksstelle konnte nicht eruiert werden, zumindest schaltete die Benzinpumpe wieder ab und das Plätschern stoppte dann, also konnte wohl wenigstens genug Druck aufgebaut werden.

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vor einer Stunde schrieb roeme:

zumindest schaltete die Benzinpumpe wieder ab und das Plätschern stoppte dann, also konnte wohl wenigstens genug Druck aufgebaut werden.

Wenn die Zündung eingeschaltet wird, läuft die Pumpe für 1-2 Sekunden und schaltet dann wieder ab, unabhängig davon ob genug Druck erzeugt wird. Wenn der Motor dann angelassen wird, läuft die Pumpe immer durchgängig.

 

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ein generelles Problem gibt es nicht...

vom Alter kann es ein defekter Benzinschlauch sein, die Pumpeneinheit undicht... sehr schwer aus "der Ferne" ...

Normal gehört eine California EV zu den zuverlässigen Guzzi`s

wenn sie top im Zustand ist...sollte sie bei uns in D. zwischen 3000 bis 4200 Euro kosten

https://www.kleinanzeigen.de/s-motorraeder-roller/moto-guzzi-california-ev/k0c305

Wenn Du Dich auf das "Ungewisse" einlassen willst, dann den gehörigen Abzug...

oder zu einem Händler bringen lassen, dort reparieren und direkt kaufen.

Ist der Zustand zu zweifelhaft: es gibt eine große Auswahl am Markt.

Gruß

Holger

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Die originale Sitzbank würde ich als klare "Schwachstelle" bezeichnen. Unter anderem wegen ihrer im Querschnitt gewölbten Form gibt es oft Probleme mit dem Allerwertesten.

Zumindest solltest Du bei einer Probefahrt darauf achten, ob Du damit auch längere Strecken fahren wolltest.

Gruß Gerd

 

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Och, und ich dachte schon, da wird Druck gemessen. :)

Sollte ich den Zuschlag erhalten (ist eine Auktion), werde ich diese also neu beschlauchen...und berichten. Solange es nur Dichtungen und Schläuche sind, ist das ja alles mit vertretbarem Aufwand & Kosten zu reparieren.

Zustand sonst schien ziemlich ok zu sein, gemessen an der Standzeit (Jahre). Vorallem kein Rost im Tank.

Was die Sitzbank anbelangt, da würde ich mich auch später drum kümmern. Ich selbst bin da eher unkompliziert, ich war schon mit der dünnen V7er (2014) Sitzbank in Italien...

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Die EV ist die beste Cali die gebaut wurde. Alle Baujahre zwischen 97 und 2002 sind wahre Büffel. Vor allem hat die EV das deutlich bessere Fahrwerk als die Vorgängerversion.

Schwachstellen sind die üblichen Verdächtigen, also Relais, Benzinpumpe, Simmeringe bei Motor und Gabel, Kreuzgelenk, etc. Alles Dinge die überschaubar ersetzt werden können. Gebraucht ist natürlich immer etwas ungewiss, da du ja nicht weisst wie der Vorbesitzer damit umgegangen ist. Idealerweise gibt es ein Serviceheft oder Rechnungen über die Service. Dann bist du auf alle Fälle auf der sicheren Seite. Viel Spass, ich finde die EV das beste Tourenmotorad für meine Einsatzzwecke.

lg Harry

Edited by smartharry
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Wenn Du ohnehin an Tank und Spritschläuchen dran bist, dann würde sich evtl. ein Check im Innern des Tanks lohnen. Bei mir (Cali Vintage, also der Nachfolger der EV) war der Schlauch zwischen Benzinpumpe und Filter abgerutscht; das war da wohl ein generelles Problem. Bin dadurch mitten in der Pampa stehengeblieben, bis mich der ADAC abholte.

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Posted (edited)

Vielen Dank für die Antworten, ich halte euch auf dem Laufenden. Mir ging es darum, herauszufinden wie es um die generelle Reputation der EV steht, und die scheint also gut zu sein.

Ich bin an diesem Modell deshalb interessiert, weil diese mutmasslich zu den ersten eingespritzten gehört - und so erste Modellreihen haben ja gerne mal Kinderkrankheiten. Scheint nicht der Fall zu sein, sehr gut.

(Nichts gegen Vergaser, aber ich verrichte zur Zeit lieber auf andere Arbeiten an meinen Möpis als Vergaserfummeleien).

Edited by roeme
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greif zu...

wie ich auch weiter oben geschrieben habe...

die Einspritzung machte damals nie Probleme, es werden eher alte Benzinschläuche sein, egal ob abgerutscht...sie gehören nach der Zeit alle erneuert.

der Schiet Sprit zersetzt alle Gummiteile...

Was hat die Cali runter?

selbst ein Kreuzgelenk erneuern kommt bei diesen Guzzi`s kaum noch vor...

die Motor- und Getriebesimmeringe nur, wenn die Guzzi jahrelang gestanden ist...

aber das siehst Du ja nach den ersten 50 km.

Vor der ersten Fahrt also alles unterm Motor und Getriebe gründlich reinigen und fahren.

Sollte sie nach abstellen tatsächlich etwas aus dem Entlüftungslöchlein raus schwitzen, ist es auch noch gut.

Erst wenn sich öfter nach dem Abstellen kleine Ölfützen drunter zeigen, sind die Simmerringe fällig.

Gruß

Holger

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vor 1 Stunde schrieb roeme:

Ich bin an diesem Modell deshalb interessiert, weil diese mutmasslich zu den ersten eingespritzten gehört - und so erste Modellreihen haben ja gerne mal Kinderkrankheiten. Scheint nicht der Fall zu sein, sehr gut.

Zu diesem Zeitpunkt dürften bei der Cali EV keine "Kinderkrankheiten" bei der Einpritzung der Guzzen mehr aufgetreten sein, denn Moto Guzzi bot die erste Cali mit Einpritzung ca. 1990 als "Electronic Injektion" der Cali III an, dann kam so ca. 1994 die Cali 1100i und dann die EV, die beste Cali die je gebaut wurde - das wage ich zu behaupten nachdem auf einer solchen Cali seit dem Neukauf im April 1992 mit derzeitigem Tachostand 211 138 km ( ca. 1 850 km fehlen nach einem Tachowellenriß anno 2026 in Venetien ) auf Europas Straßen unterwegs war und weiterhin sein werde. Nebenher liefen bei mir eine LEMans III, eine limonengrüne V 11, eine NORGE 1200 GT; seit April 2018 nur noch eine blaue V7 III Special und eine Kawa W 800, die mit der Königswelle.

Die EV-Modelle bis 2002 haben die Benzinpumpe noch außerhalb vom Tank: Da ging bisher bei den von mir auf insgesamt mehr als 300 000 km gefahrenen Modellen 1100 i und Cali EV kein einziger Schlauch ab.

Die California-"Ahnen"galerie  kannst ab der III-er bebildert und mit informativen Texten nachlesen in der "Bibel" der Guzzisti aus dem Motorbuchverlag: 

Mario Colombo           MOTO GUZZI                       -                            in der 3. Auflage Anno 2000 ab Seite 262 ff.

So sieht´s aus: s-l960.jpg.f20dcb41e6cb8b2b2c7ef37cb19ffc93.jpg

Edited by tscharlie
Bildeinfügung
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Man sollte immer VORSICHTIG sein, ein altes Motorrad ist ein ALTES Motorrad. Alles kann mal kaputt gehen, so ist das eben.

Wenn man die Cali in Ruhe lässt, einfach damit fährt, nichts verbessert oder "vorsorglich" kaputt schraubt, läuft die meistens 200000 Kilometer oder mehr ohne Mucken.

Viel Spaß damit, mako

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Die bekannten Schwachstellen einer EV der Baujahre 97-00 sind die schon erwähnten porösen Benzinschläuche, die Siemensrelais, das PF 3 C Drosselklappenpoti, die Sensoren an Nockenwelle und Kurbelwelle und eine Serie von AP Kupplungsscheiben die einfach brachen. Bei den BBS Rädern sollte der Fangring hinten nachgerüstet sein, damit bei Speichenbruch der Nippel nicht in die Nabe kann, des weiteren sollte ein zweiter Gaszug nachgerüstet sein, waren damals beides Rückrufe.

Es konnte sich der Luftfilterkasten nach hinten bewegen und den Gaszug blockieren, daher der nachgerüstete Schließzug.

Ansonsten ist diese EV eine der ausgereiftesten Tontiguzzis und bei entsprechender Pflege ein sehr zuverlässiges Motorrad. Was die Freude mittlerweile etwas trübt ist die schlechte Ersatzteilverfügbarkeit einiger Teile sowie die mittlerweile überschaubare Reifenauswahl. Aber die ersten EV sind nun auch schon 28 Jahre alt...

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Das sind alles super Informationen, danke euch. So wie ich das verstehe, sieht man den Fangring nicht, wenn das Rad eingebaut ist. Auf den Fotos (ich war die Maschine angucken bevor ich hier gepostet habe) sehe ich nur einen Gaszug. Lässt mich also vermuten, dass die Rückrufe nicht gemacht wurden. Ist das mit den Speichenbrüchen ein realistisches Problem oder war man damals noch übervorsichtig?

Ein kleine Reifenauswahl bei einer solchen "gemütlichen" Maschine macht mir nix aus - hauptsache, es gibt noch passenden Gummi.

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vor 4 Stunden schrieb roeme:

Ein kleine Reifenauswahl bei einer solchen "gemütlichen" Maschine macht mir nix aus - hauptsache, es gibt noch passenden Gummi.

Als California EV-Vielfahrer erlaube ich mir Dir die Michelin Road Classic für die Cali EV zu empfehlen: Nach meinen Erfahrungen taugen die was, auch bei Nässe,  und halten bei meiner etwas zügigen Fahrweise vorne ca. 11 000 km und hinten ca. 10 000 km - und die gibt´s zu annehmbaren Preisen. Meine letzten beiden kosteten im Mai 2024 beim Reifenfachhändler vorne 135 € und hinten 170 € incl. Aus-, Einbau, Montage, Wuchten und Altreifenentsorgung.

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vor 4 Stunden schrieb roeme:

Das sind alles super Informationen, danke euch. So wie ich das verstehe, sieht man den Fangring nicht, wenn das Rad eingebaut ist. Auf den Fotos (ich war die Maschine angucken bevor ich hier gepostet habe) sehe ich nur einen Gaszug. Lässt mich also vermuten, dass die Rückrufe nicht gemacht wurden. Ist das mit den Speichenbrüchen ein realistisches Problem oder war man damals noch übervorsichtig?

Natürlich brachen die Edelstahlspeichen nicht am laufenden Band, aber ohne Grund hätte Guzzi den Ring nicht nachgerüstet. Teils verhakten sich die Nippel und richteten so teure Schäden im Endantriebsgehäuse an. Mal die Speichen abzuklopfen ist nicht die schlechteste Idee. Du siehst ja was an Speichen noch lieferbar ist:

https://wendelmotorraeder.de/hinterrad-california-1100-97-00-ev-ex-30_3006_300601_30060102_3006010210_300601021020.html

Das soll dir auch keine Angst machen, sondern dich sensibilisieren. Schon etliche haben eine Guzzi gekauft, und die dann gefrustet wieder verkauft, weil entweder total verbastelten Schrott gekauft oder neu und vom Service anderer Marken so verwöhnt und nicht mit den Eigenheiten einer Guzzi warmgeworden...  Allein bei den Ersatzteilpreisen die Piaggio mittlerweile aufruft muss man schon ein dickes Fell haben. Siehe Preis für das BBS Hinterrad. Wenn dich sowas nicht scheut, du genug leidensfähig bist dann wirst du auch mit ner Guzzi glücklich.

 

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Posted (edited)

Na, ich werde ggf. den Fangring nachrüsten; wie ich herausgefunden habe gibt's diese bei SD noch. Dort wird zwar von extremen Belastungen gesprochen, die werde ich wohl auch mit Sozia kaum erreichen (im Durschnitt erreichen wir etwa das Normgewicht...), an Gepäck wird da auch höchstens eine Übernachtung drauf kommen, wenn überhaupt. Aber sicher ist sicher, damit beugt man mit wenig Geld grösserem Schaden vor, sollte ein Speichenbruch doch passieren.

Der Thread hat sein Ziel schon absolut erreicht, mir ging's darum herauszufinden ob auf der Maschine inhärent etwas grösseres ausserhalb meiner Schrauberfähigkeiten vorhanden sein könnte. Das tut es nicht, bzw. halt was man eh so haben kann mit Altkrads. Vielen Dank euch allen schon mal. Ich biete bei der Kiste mit, schauen wir mal, ob ich sie zu einem vernünftigen Preis erstehen kann.

Edited by roeme
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